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Freitag, 04.04.2014, Sächsische Zeitung online

Militärmusik in der Frauenkirche?

Die Bundeswehr will Ende April in der Dresdner Frauenkirche bei einem Gottesdienst Musik machen. Doch Soldaten in Uniform in einem Altarraum gefallen nicht jedem.


Die geplante musikalische Ausgestaltung eines Gottesdienstes in der Frauenkirche durch Militärmusiker sorgt in Dresden für eine Kontroverse.

Die geplante musikalische Ausgestaltung eines Gottesdienstes in der Frauenkirche durch Militärmusiker sorgt in Dresden für eine Kontroverse.


Dresden.  Ein geplanter Gottesdienst mit Militärmusikern in der Frauenkirche sorgt in Dresden für eine Kontroverse. In einem unter anderen an Landesbischof Jochen Bohl gerichteten Brief meldeten rund 20 aktive und ehemalige Kirchenmitarbeiter Bedenken an. Gottesdienste seien kein Ort für Imagepflege, heißt es in dem Schreiben. Am 30. April soll das Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt in der Kirche musizieren. 

„Konzerte der Militärmusikkorps laufen aber auch Gefahr, vor belastendem geschichtlichem Hintergrund als Traditionspflege und als Werbung für neue kriegerische Aktionen verstanden zu werden“, hieß es in dem Brief. „Selbst wenn fromme Melodien erklingen, erinnern sie daran, dass Kirchen mit Feldgesangbüchern und Heldendenkmalen die Kriege nicht nur verharmlost, sondern auch verherrlicht haben.“
 
Er sei nicht gegen die Bundeswehr, sagte der frühere Gründungsrektor der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden, Ulfrid Kleinert. „Es besteht aber die Gefahr, dass der Gottesdienst zur Werbung für die Bundeswehr instrumentalisiert wird.“ Gänzlich unerträglich wäre es für ihn, wenn die Bundeswehr gar als Veranstalter aufträte.
 
Der Vertretungsorganist an der Frauenkirche Dresden, Stefan Gehrt findet es problematisch, wenn „an diesem so sensiblen und geschichtsträchtigen Ort, der sich dem Frieden und der Versöhnung verpflichtet weiß, Militärmusik erklingt.“

Sie sei der Veranstalter des Gottesdienstes, stellte die Stiftung Frauenkirche in einer Erklärung klar. Die Idee zu dem Gottesdienst in Kooperation mit Innenministerium und Bundeswehr sei nach den Flutereignissen des vergangenen Jahres entstanden. Aus terminlichen Gründen komme es aber erst jetzt dazu. Die Musik werde dem Charakter der Veranstaltung entsprechen. So sollten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach erklingen.
 
Die Frauenkirche sei die Schnittstelle unterschiedlicher Bereiche, hieß es in der Erklärung weiter. Sie verstehe sich als Ort, der Brücken in verschiedene und teilweise auch sehr sensible Bereiche des gesellschaftlichen Lebens baue. Dazu gehöre auch die Bundeswehr.
 
Allerdings konnte die Erklärung nicht alle Unterzeichner des Briefes besänftigen. „Der Herr hat Gewaltfreiheit gelehrt. Die Bundeswehr, die für Gewalt gemacht ist, gehört nicht in eine Kirche“, betonte Rainer Schmid von der Ökumenischen Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge.
 
„Wir fühlen uns als Teil dieser Gesellschaft. Und deshalb ist für uns auch ein Gottesdienst mit Bürgern eine Selbstverständlichkeit“, sagte der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen der Bundeswehr, Oberst Michael Knop. „Wir freuen uns unverändert auf den musikalischen Gottesdienst in der Frauenkirche.“ (dpa)